Allgemeingültige Kosten lassen sich für Anlagen zur
Regenwasserbewirtschaftung nicht angeben, da sie stark von den örtlichen
Bedingungen abhängen. Auch schwanken die Preise regional sehr stark.
Vergleicht man verschiedene Entwässerungssysteme, so sind die Kosten für
jedes System über den gesamten Weg der Wasserführung zu bilanzieren.
Dies schließt zum Beispiel beim Mischsystem ein:
- die regenwasseranteiligen Kosten der Ableitung
- die Speicherung
- die Pumpwerke
- die Kläranlage
Beim Trennsystem sind es neben der Kosten der Ableitung und der Pumpwerke
- die Kosten der Abflussdämpfung mittels Rückhaltebecken mit städtischem
Entwässerungssystem oder mittels Hochwasserrückhaltebecken im Gewässersystem und
- eventuelle Kosten des Gewässerausbaus aufgrund von Einleitungen aus dem
Trennsystem.
Bei der Versickerung des Regenwassers sind es die Kosten
- der Versickerungs- und Speicheranlagen und eventuell deren Vernetzung.
Neben den Investitionskosten und deren Abschreibung sind auch die
Betriebskosten zu werten. Das sogenannte Abklemmen der bebauten und befestigten
Flächen (z. B. Dach- und Hofflächen) von der öffentlichen Abwasserbeseitigung
bedarf zunächst einer entsprechenden Erlaubnis der Gemeinde. Denn diese hat
regelmäßig für diese Flächen einen Anschluss- und Benutzerzwang an die
öffentliche Abwassereinrichtung angeordnet. Ein Anspruch auf eine entsprechende
Befreiung besteht regelmäßig nicht (vgl. Verwaltungsgericht Gelsenkirchen,
Urteil vom 19.10.2001, 15 K 3291/99).
Wird die Erlaubnis erteilt und dementsprechend von der Ableitung bei bestehenden Gebäuden auf die Versickerung umgestellt, sind häufig Umbauten erforderlich. Diese lassen sich gut im Rahmen einer geplanten Sanierung durchführen. Häufig amortisieren sich bei einer
so genannten Regenwassergebühr dann die Kosten für diese Umbaumaßnahmen. Das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen fördert gezielt mit der "Initiative ökologische und nachhaltige Wasserwirtschaft NRW" die Versickerung von Regenwasser. Zusätzliche finanzielle Unterstützung geben - soweit vorhanden - Programme von Kommunen und Abwasserverbänden.
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