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Regenwasser zu schade um es nicht zu nutzen
Im Eigenheim kann jeder selbst entscheiden, ob er seine Wäsche mit
Regenwasser reinigt. Im vermieteten Wohnungsbau muss, wenn eine
Regenwassernutzungsanlage eingebaut ist, dem Mieter aber eine
Wahlmöglichkeit zwischen Regen- und Trinkwasser gelassen werden.
Wer Regenwasser für Garten, WC-Spülung und zum Wäschewaschen nutzt,
spart kostbares Trinkwasser und Geld. Wir haben zusammengetragen,
worauf es bei den Anlagen ankommt.
Wichtigste technische Regelung: Regen- und Trinkwasser sind in zwei
getrennten und deutlich gekennzeichneten Leitungsnetzen zu führen, damit
Regenwasser nicht ins öffentliche Trinkwassernetz gelangt.
Regenwasser ist zum Wäschewaschen nicht geeignet - meinen viele. Zahlreiche
Untersuchungen belegen dieses. Ist die Regenwasseranlagen nach dem Stand der Technik
errichtet,
erreicht das gesammelte Regenwasser die Qualität, die in Europa für
Badeseen vorgeschrieben ist. Oft werden sogar die Grenzwerte für
Trinkwasser eingehalten. Wäsche, die mit Regenwasser gereinigt
wurde, weist nach dem Trocknen keine höhere Keimbelastung auf als mit
Trinkwasser gewaschene. Dieser vorherrschenden Lehrmeinung hat sich der
Gesetzgeber angeschlossen.
Dachfläche
Das
Dachmaterial und der Neigungswinkel wirken sich auf die Wasserqualität und nutzbare
Niederschlagsmenge aus. So kommt bei gleicher Grundfläche beim
Schrägdach mehr Wasser zum Abfluss als bei einem flacheren Dach. In die
Fallrohre sollten Laubabscheider eingesetzt werden. Diese scheiden grobe
Stoffe schon vorher ab. Die Reinigung des Regenwassers wird dann von
einem Vorfilter übernommen.
Filterung
Durch Vorfilter wird einen Großteil des Schmutzes vom Wasser getrennt.
Entweder wird in jedes Fallrohr einen Filter eingebaut oder es wird eine
zentraler Filter vor den Speichergesetzt. Heutige Zisternen haben den
Filter meist direkt im Domschacht des
Speichers integriert.
Durch die komplette Anlieferung der Zisterne mit dem eingebauten Filter ist der Einbau
einfacher. Ein zusätzlicher Feinfilter nach der Pumpe kann noch
Kleinstteile im Mikrobereich herausfiltern
Speicher
Erdspeicher sind
vor Licht und Wärme geschützt und unterbinden so das Algenwachstum in
der Regenwasserzisterne. Beim Neubau kommen
überwiegend Außenspeicher aus Beton oder wenn dieses nicht möglich ist
aus Kunststoff zum Einsatz. Die Größen liegen hier meist zwischen 3.000
Liter und 10.000 Liter
erhältlich. Läuft der über, werden
Schwebstoffe mit abgeführt.
Wird der Speicher
zu groß gewählt, reicht das Wasser meist nicht aus den Speicher
effektiv zu zu nutzen.
Förder System
Ein wesentlicher Bestandteil der Anlage ist die Druckerhöhungsanlage.
Diese besteht aus Pumpe, Druckregler mit Druckschalter und Manometer.
Qualitätsmerkmale sind geringe Geräuschentwicklung,
Korrosionsbeständigkeit, ein geringer Wartungsaufwand und eine lange
Lebensdauer. Hier sollte der Bauherr nicht sparen, sondern zu
mehrstufigen Kreiselpumpen, die speziell für die Regenwassernutzung
entwickelt wurden, greifen. Bei sehr langen Saugleitungswegen wählt man
Tauchpumpen, die direkt im Speicher eingesetzt werden.
Trinkwassernachspeisung
Sie sorgt dafür, dass die Anlage bei Regenwassermangel automatisch auf
die Versorgung mit Trinkwasser umstellt. Die Regenwasserzentrale speist
nur die Menge Trinkwasser nach, die gerade benötigt wird. Auch unter
ungünstigsten Umständen darf kein Regenwasser ins Trinkwassernetz
gelangen.
Leitungssystem
Als Rohrleitungen haben sich PE- und PP-Leitungen bewährt, die einfach
zu handhaben und gegenüber Regenwasser nicht korrosiv sind. Um ein
Verwechseln von Trinkwasser- und Regenwasserleitung auszuschließen,
sollte man bei Unterputzverlegung das Leitungsnetz durchgängig
kennzeichnen. Jede Regenwasser-Zapfstelle muss gekennzeichnet werden.
Sind sie frei zugänglich, versieht man sie am besten mit einem
abnehmbaren Steckschlüssel.
Nachträglicher Einbau
Damit die Regenwassernutzung ohne teure Umbaumaßnahmen später mühelos
und kostengünstig eingebaut werden kann, sieht man am besten bereits
beim Hausbau einen zweiten Leitungsstrang für das Regenwasser vor. Für
die Verbindung vom Speicher zum Haus ist ein Leerrohr für die
Saugleitung und elektrische Anschlüsse nötig.
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